Der Doppler-Effekt und seine Nobelpreisträger*innen

Der schwedische Erfinder und Chemiker Alfred Nobel (1833–1896) hat durch die Entdeckung und Patentierung (1867) des Dynamits rasch ein großes Vermögen aufgebaut. In seinem Testament bestimmte er, dass sein Vermögen „einen Fonds bilden soll, dessen jährliche Zinsen als Preise (Nobelpreise, seit 1901) denen zugeteilt werden, die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erwiesen haben“, und zwar zu gleichen Teilen an Preisträger*innen auf fünf Gebieten: Physik, Chemie, Physiologie oder Medizin, Literatur und Frieden.

Damals ahnte man wohl noch kaum, wie weit die Entdeckung  Dopplers die Entwicklung ebendieser Bereiche beeinflussen  würde: Bis zum heutigen Tage wurden Nobelpreise an 24 Wissenschafter*innen vergeben, deren Erkenntnisse in Medizin,  Technik und Naturwissenschaften erst durch die Anwendung  des Doppler-Effekts ermöglicht wurden.

Forschung zu Schwarzen Löchern und Entdeckung eines supermassiven kompakten Objekts im Zentrum unserer Galaxie
Forschung zu Schwarzen Löchern und Entdeckung eines supermassiven kompakten Objekts im Zentrum unserer Galaxie

Roger Penrose (* 1931, Vereinigtes Königreich) Begründung der Preisvergabe: „für die Entdeckung, dass die Bildung von Schwarzen Löchern eine robuste Vorhersage der allgemeinen Relativitätstheorie ist“ Andrea Ghez (* 1965, Vereinigte Staaten) und Reinhard Genzel (* 1952, Deutschland) Begründung der Preisvergabe: „für die Entdeckung eines supermassiven kompakten Objekts im Zentrum unserer

Entdeckung des ersten Exoplaneten und bahnbrechende Erkenntnisse in der Kosmologie
Nobelpreisträger Mayor und Queloz

Michel Mayor (* 1942, Schweiz), Didier Queloz (* 1966, Schweiz) Begründung der Preisvergabe: „für die Entdeckung eines Exoplaneten, der einen sonnenähnlichen Stern umkreist“ Bild (links): European Southern Observatory, Wikipedia/Wikimedia Commons (cc-by-sa-2.0), CC BY-SA 2.0, Link Bild (rechts): M.McCaughrean (ESA)/ESO, Wikipedia/Wikimedia Commons (cc-by-sa-4.0), CC BY-SA 4.0, Link

Entdeckung der beschleunigten Expansion des Universums durch Beobachtungen weit entfernter Supernovae
Entdeckung der beschleunigten Expansion des Universums durch Beobachtungen weit entfernter Supernovae

Saul Perlmutter (* 1959, Vereinigte Staaten), Brian P. Schmidt (* 1967, Vereinigte Staaten) und Adam Riess (* 1969, Vereinigte Staaten) Begründung der Preisvergabe: „für die Entdeckung der beschleunigten Expansion des Universums durch Beobachtungen weit entfernter Supernovae“ Bild: Saul Perlmutter von Holger Motzkau, Wikipedia/Wikimedia Commons (cc-by-sa-3.0), CC BY-SA 3.0, Link Bild:

Untersuchung der kosmischen Hintergrundstrahlung
Untersuchung der kosmischen Hintergrundstrahlung

John Cromwell Mather (* 1946, Vereinigte Staaten) und George Smoot (* 1945, Vereinigte Staaten) Begründung der Preisvergabe: „für die Untersuchung der kosmischen Hintergrundstrahlung“ Bild: George Smoot von Nomo michael hoefner http://www.zwo5.de – Eigenes Werk, CC BY 3.0, Link

Beiträge zur Entwicklung der laserbasierten Präzisionsspektrographie, einschließlich der Technik des optischen Frequenzkamms
Beiträge zur Entwicklung der laserbasierten Präzisionsspektrographie, einschließlich der Technik des optischen Frequenzkamms

John Lewis Hall (* 1934, Vereinigte Staaten) und Theodor Hänsch (* 1941, Deutschland) Begründung der Preisvergabe: „für Beiträge zur Entwicklung der laserbasierten Präzisionsspektrographie, einschließlich der Technik des optischen Frequenzkamms“ Bild: Theodor Hänsch | Es wird Blinking Spirit als Autor angenommen (basierend auf den Rechteinhaber-Angaben), CC BY-SA 3.0, Link

Erzeugung der Bose-Einstein-Kondensation in verdünnten Gasen aus Alkaliatomen und für frühe grundsätzliche Studien über die Eigenschaften der Kondensate
Erzeugung der Bose-Einstein-Kondensation in verdünnten Gasen aus Alkaliatomen und für frühe grundsätzliche Studien über die Eigenschaften der Kondensate

Eric Allin Cornell (* 1961, Vereinigte Staaten), Wolfgang Ketterle (* 1957, Deutschland) und Carl Edwin Wieman (* 1951, Deutschland) Begründung der Preisvergabe: „für die Erzeugung der Bose-Einstein-Kondensation in verdünnten Gasen aus Alkaliatomen und für frühe grundsätzliche Studien über die Eigenschaften der Kondensate“ Bild: Eric Allin Cornell Von Betsythedevine – Eigenes

Entwicklung von Methoden zum Kühlen und Einfangen von Atomen mit Hilfe von Laserlicht
Entwicklung von Methoden zum Kühlen und Einfangen von Atomen mit Hilfe von Laserlicht

Steven Chu (* 1948, Vereinigte Staaten), Claude Cohen-Tannoudji (* 1933, Frankreich – geb. in Algerien) und William Daniel Phillips (* 1948, Vereinigte Staaten) Begründung der Preisvergabe: „für ihre Entwicklung von Methoden zum Kühlen und Einfangen von Atomen mit Hilfe von Laserlicht“ Bild: Claude Cohen-Tannoudji (2007) Von Amir Bernat – I

Entwicklung der Ionenfallentechnik

Wolfgang Paul (1913–1993, Deutschland) und Hans Georg Dehmelt (1922-2017, Vereinigte Staaten – geb. in Deutschland) Begründung für die Preisvergabe: „für ihre Entwicklung der Ionenfallentechnik“

Beitrag zur Entwicklung der Laser-Spektroskopie
Beitrag zur Entwicklung der Laser-Spektroskopie

Nicolaas Bloembergen (1920-2017, Vereinigte Staaten – geb. in Niederlande) und Arthur Leonard Schawlow (1921–1999, Vereinigte Staaten) Begründung für die Preisvergabe: „für ihren Beitrag zur Entwicklung der Laserspektroskopie“

Untersuchungen zur Kernresonanzabsorption von Gammastrahlen – Mößbauer-Effekt
Untersuchungen zur Kernresonanzabsorption von Gammastrahlen – Mößbauer-Effekt

Rudolf L. Mößbauer (1929 – 2011, Deutschland) Begründung für die Preisvergabe: „für seine Forschungen über die Resonanzabsorption der Gammastrahlung und seine damit verbundene Entdeckung, die den Namen Mößbauer-Effekt trägt“ Der gebürtige Münchner – mit seinen 32 Jahren damals einer der jüngsten Nobelpreisträger – entdeckte unter anderem folgendes Phänomen: Ist ein

Nachweis des Doppler-Effekts durch Kanalstrahlen und die Auftrennung der Spektrallinien im elektrischen Feld
Nachweis des Doppler-Effekts durch Kanalstrahlen und die Auftrennung der Spektrallinien im elektrischen Feld

Johannes Stark (1874–1957, Deutschland) Begründung für die Preisvergabe: „für seine Entdeckung des Doppler-Effekts bei Kanalstrahlen und der Aufspaltung der Spektrallinien im elektrischen Feld“ (Stark-Effekt) Entdeckt hatte der deutsche Physiker den optischen Doppler-Effekt in Kanalstrahlen bereits 1905: Stark hatte Dopplers Hypothese, die Bewegung einer Lichtquelle habe einen Einfluss auf die ausgestrahlte